(AUS)SCHNITT_AUSSTELLUNG

14. Mai – 3. Juli 2011

im Musikstudio von Gabriele Paqué, Blücherstr. 14, 53115 Bonn

ausschnitt

Der in Bonn lebende Maler Henri Winter bedient sich der Ausschnitte, um das hohe Tempo zu drosseln, mit dem die Wahrnehmung eines jeden oft zu kämpfen hat. Sein Thema ist das urbane Leben, die Wechselwirkung zwischen den Menschen und dem Raum. Hier findet Winter die Fragmente, die er - oft als Großformat - in Öl auf die Leinwand bringt. Die Beine eines Skateboardfahrers, im Sprung begriffen oder umfallend?, der Arm am Körper eines gehenden, stehenden, suchenden…Menschen?, das Auge, alt –jung, weise – unerfahren, männlich – weiblich, ….? Man weiß es nicht! Die Malerei ist für Winter das Werkzeug, um genau hier die Wahrnehmung, wie er selber sagt, zu entschleunigen.

 

Ute Behrend und Florian von Wissel, Künstler- und Designerpaar aus Köln, nehmen es ganz wörtlich mit dem „Ausschnitt“. Holz ist der Werkstoff aus dem sie Dinge des Lebens, unseres Alltags, schlichtweg ausschneiden. Inspiriert durch die kleinen Papierscherenschnitte, die jedermann kennt, übertragen ins hölzerne Großformat. Hochpräzise werden Bilder aus den Hölzern ausgeschnitten, herausgelöst aus ihrem Umfeld. Der Blick in das Laub eines Waldes, gehört da ebenso zu, wie der stilisierte Plattenbau in Berlin oder die Milchtüte auf dem Tisch.

Natur als Inspirationsquelle gepaart mit Textilien als Werkstoff – das ist die Basis für Sylvia Döhlers „Kunststücke“. Symbiotisch verarbeitet sie natürliche Materialien, meist Blätter und Blüten, mit textilen Stoffen, verbindet beides nachhaltig miteinander. So bringt sie das florale Ornament nicht künstlich auf den Stoff, sondern in die Stoffe hinein. Hergestellt werden die schwer entflammbaren Stoffe aus dem natürlichen Rohstoff Holz mit einer der Künstlerin eigenen Technik – jedes weitere Detail bleibt ein Geheimnis. Das Ergebnis sind Stoffe, durch die folglich nicht nur Silhouetten durchschimmern, sondern die auch ein haptisches Erlebnis zulassen.

In einer Sonderedition hat auch cabso sich in Zusammenarbeit mit der Papierkünstlerin Stephanie Horster aus Bonn dem Thema „Ausschnitt“ angenommen. In handgeprägten  Papierarbeiten findet man sich hier im Spiel um die Wahrnehmung wieder. Sehr fragil, sehr zart sind Ausschnitte aus Situationen, Märchen und dem Alltag auf oder besser ins Papier gebracht. Der Betrachter wird angehalten sich das Bild zu vervollständigen, sich die Bewegung oder die Geschichte weiter zu denken, in Farbe oder weiß bleibend.